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Schachschiedsrichter

in Schachschiedsrichter 13.06.2013 14:40
von Emanuel | 54 Beiträge | 453 Punkte

Der Schachschiedsrichter
Ein Schachschiedsrichter achtet bei einem Schachspiel als Schiedsrichter auf striktes Einhalten der Schachregeln, wie sie vom Weltschachverband FIDE festgelegt sind, sowie der jeweiligen Turnierordnung. Er soll darüber hinaus dafür sorgen, dass durchgehend gute Spielbedingungen herrschen und dass die Spieler nicht gestört werden.

Der Schiedsrichter beobachtet die Partien, insbesondere dann, wenn beiden Spielern weniger als je fünf Minuten Bedenkzeit für die Restzüge verbleiben (so genannte »Zeitnotphase«).
Der Schachschiedsrichter kann bei Regelverstößen eine oder mehrere der folgenden Strafen verhängen:

• eine Verwarnung
• das Verlängern der Restbedenkzeit des Gegners
• das Verkürzen der Restbedenkzeit des zu bestrafenden Spielers
• den Verlust der Partie
• eine Kürzung der Punktzahl im Partieresultat der zu bestrafenden Partei
• eine Erhöhung der Punktzahl im Partieresultat des Gegners bis zu der in dieser Partie erreichbaren Höchstzahl
• den Ausschluss vom Turnier

Bei externen Störungen darf der Schiedsrichter einem der Spieler oder auch beiden zusätzliche Bedenkzeit gewähren.

Zuschauer dürfen sich nicht in laufende Partien einmischen. Falls nötig, darf der Schiedsrichter die Störer aus dem Turniersaal verweisen.
Früher waren Schachschiedsrichter auch für korrekte Einhaltung der Formalitäten bei den in der Turnierpraxis kaum noch vorkommenden Hängepartien zuständig.

Ausbildung
Im Deutschen Schachbund gibt es ein dreistufiges Ausbildungskonzept für Schiedsrichter, das durch zwei weitere Lizenzen im Weltverband FIDE ergänzt wird:

• Die erste Stufe beginnt mit der Lizenz des Turnierleiters. Diese werden vorwiegend auf Vereinsebene eingesetzt.

• Ein Jahr nach Erwerb der Turnierleiterlizenz, darf mit der Ausbildung zum Regionalen Schiedsrichter begonnen werden. Mit dem Bestehen qualifiziert man sich für Einsätze in den Oberligen und teilweise auch in den zweiten Bundesligen.

• Zwei Jahre nach dem Erwerb des Titels Regionaler Schiedsrichter und nach Einsatz in mindestens drei Landes-, Bundes- oder FIDE-Turnieren, sowie fünf Mannschaftskämpfen kann die Prüfung zum Nationalen Schiedsrichter abgelegt werden. Diese Lizenz berechtigt den Schiedsrichter zum Einsatz in allen deutschen Ligen und in den Einzel- und Pokalmeisterschaften.

• FIDE-Schiedsrichter (FIDE-Arbiter) ist der erste der zwei Internationalen Schiedsrichtertiteln. Er setzt eine Turnierpraxis voraus und einen Prüfungslehrgang. Da der Titel von der jeweiligen Föderation (Deutscher Schachbund) beantragt werden muss, können auch schärfere Regeln durch die Föderationen erlassen werden.

• Internationaler Schiedsrichter (international Arbiter) kann nur ein FIDE-Schiedsrichter werden, der Hauptschiedsrichter (Chief Arbiter) oder Nebenschiedsrichter (Deputy Arbiter) bei vier internationalen Normenturnieren der FIDE war. Seine Fähigkeiten werden durch den Hauptschiedsrichter (IA) oder durch den Organisator bestätigt.

Einsätze
In den unteren Ligen der Mannschaftskämpfe werden gewöhnlich keine neutralen Schiedsrichter eingesetzt. Hier gibt es bei den verschiedenen Landesverbänden unterschiedliche Regelungen. Oft übernehmen die Mannschaftsführer gemeinsam die Aufgaben des Schiedsrichters bzw. Wettkampfleiters. Gelegentlich wird auch nur ein (vor dem Wettkampf zu benennender) regelkundiger Spieler der Heim- oder Auswärtsmannschaft, der nicht gleichzeitig Mannschaftsführer sein soll, als Wettkampfleiter bestimmt.

Neutrale Schiedsrichter findet man in den Bundes- sowie den Oberligen vor. In Deutschland ist für diese Ligen ihre Anwesenheit verpflichtend vorgeschrieben. Ferner werden Turnierleiter und Schiedsrichter bei offiziellen Einzelmeisterschaften auf allen Ebenen und sogenannten „Opens“ (offene Turniere) eingesetzt.

Bekannte Schachschiedsrichter
Der wohl bekannteste Schiedsrichter ist der deutsche Großmeister Lothar Schmid, der unter anderem das Match des Jahrhunderts leitete. Auch der Belgier Albéric O’Kelly de Galway war ein hoch respektierter Unparteiischer bei den beiden Weltmeisterschaftskämpfen Petrosjan – Spasski. Der angesehenste Schiedsrichter der Gegenwart ist der Niederländer Geurt Gijssen.


»You can only get good at chess if you love the game.« -Robert James Fischer
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